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Der Bergische Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen, ist von einer viertägigen Fachreise des Sportausschusses nach Norwegen zurückgekehrt. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aller Fraktionen besuchte er zentrale Einrichtungen des norwegischen Spitzen- und Breitensports – darunter das Elitesportzentrum Olympiatoppen und das Norwegische Olympische und Paralympische Komitee (NIF).

Ein ganz besonderer Moment war für Nettekoven das Abendessen am letzten Reisetag. Zu Gast war Dietmar Mögenburg, Olympiasieger im Hochsprung von 1984. Der gebürtige Leverkusener lebt seit fast 20 Jahren in Norwegen, arbeitet an einem Elitesportgymnasium und trainiert dort Leichtathletik-Talente. „Dietmar Mögenburg hat uns eindrucksvoll bestätigt, was wir auf dieser Reise immer wieder gespürt haben: Sport in Norwegen ist DNA. Er wird als Kulturgut betrachtet, es herrscht ein solidarisches Gesellschaftsgefüge. Seine persönlichen Einblicke – als einer, der beide Welten kennt – waren ein echtes Highlight“, sagt Nettekoven. Mögenburg wünschte der Delegation abschließend viel Erfolg bei einer möglichen deutschen Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 – ein ehrgeiziges Ziel, das auch Nettekoven unterstützt.

Dietmar Mögenburg erklärte der Delegation: „Der Sport hat in Norwegen einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Er wird viel mehr als Kulturgut betrachtet und ist tief in der Gesellschaft verankert. Individualität wird hier nicht mit Egoismus verwechselt. Und es herrscht ein solidarisches Gesellschaftsgefüge, bei dem Leistung nicht mit Ressentiment begegnet wird. Wenn ein norwegischer Athlet erfolgreich ist, freut sich das ganze Land mit ihm – ohne Neid.“

Besonders beeindruckt zeigte sich Nettekoven vom norwegischen Kindersportmodell. Dort trainieren Kinder und Jugendliche bis zu einem bestimmten Alter – je nach Sportart bis zum 13. Lebensjahr – alle gemeinsam, ohne frühe Spezialisierung auf eine Disziplin. Es gibt keine Sieger, keine Tabellen, keine Ergebnislisten. Jedes Kind bekommt am Ende eine Urkunde. Im Mittelpunkt steht der Spaß an der Bewegung, nicht der Wettkampf. Nettekoven räumt ein: „Ich bin ein sehr leistungsorientierter Mensch. Ich sage normalerweise: Noten müssen sein, Siegerurkunden, Ehrenurkunden, Bundesjugendspiele – das gehört dazu. Als ich mir vorab das norwegische Modell angeschaut habe, war ich extrem skeptisch. Aber die Reise nach Norwegen und die Gespräche vor Ort – auch der Deutsche Fußball-Bund hat diesen Ansatz inzwischen für die Kleinsten übernommen – haben mich überzeugt: Es macht Sinn, Kinder bis zu einem gewissen Alter einfach gemeinsam Sport treiben zu lassen, ohne Leistungsdruck, ohne Siegenmüssen. Das nehme ich für mich persönlich als wichtiges Fazit mit. Nicht gegen die Leistungsgesellschaft, sondern für eine gesunde Basis.“

Nettekoven betont: „Wir in NRW brauchen uns bei der staatlichen Förderung nicht zu verstecken. Trainertarif, Trainer-Offensive, eine Milliarde Euro für den organisierten Sport – das sind starke Maßnahmen. Auch in Radevormwald haben wir tolle Vereine und engagierte Ehrenamtliche. Was wir uns von Norwegen abschauen können, ist die Verankerung von Sport in der DNA der Gesellschaft – dass Bewegung einfach dazugehört und Kinder nicht zu früh spezialisiert werden.“

Auf der Delegationsreise wies Nettekoven darauf hin, dass Radevormwald selbst ein Beispiel für gelebte Sportbegeisterung ist: Die Stadt ist offizieller Trainingsstandort des Bergischen HC. „Die hervorragende Sportinfrastruktur hat einen Profiklub animiert, nach Radevormwald zu kommen. Damit ist Radevormwald nicht nur im Breitensport, sondern auch im Spitzensport eine Adresse. Das habe ich unseren Gesprächspartnern in Norwegen gerne erzählt“, so Nettekoven. Bürgermeister Dejan Vujinovic treibt den Sport mit Herzblut voran – sowohl den Breitensport als auch den Spitzensport. Mit den Fördermitteln für moderne Sportstätten wird die Infrastruktur weiter ausgebaut – so wie zuletzt bei dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“, in dessen Rahmen insgesamt mehr als 400.000 Euro Fördermittel nach Radevormwald flossen.

Auch beim Thema Schwimmfähigkeit zieht Nettekoven ein positives Fazit für Radevormwald: Anders als in vielen anderen Kommunen ist die Schwimm-Infrastruktur dank der Landesförderung auf einem hervorragenden Weg. Die Stadt hatte ursprünglich einen Antrag auf 60-prozentige Förderung gestellt, doch dank einer Anpassung konnte eine 90-prozentige Förderung erreicht werden. Aufgrund der Corona-Pandemie übernahm das Land schließlich sogar die letzten zehn Prozent Eigenanteil, sodass die Sanierung des Freizeitbads Life-ness mit rund zwei Millionen Euro zu 100 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wurde. „Das Thema Schwimmfähigkeit ist in Radevormwald glücklicherweise nicht das drängende Problem, das es vielerorts ist. Dank der guten Förderung sind unsere Sportstätten auf einem modernen Stand – das freut mich besonders für den Breitensport“, so Nettekoven.

Der Bergische Abgeordnete schließt mit einem positiven Gesamtfazit: „Wir müssen nichts schlechtreden. Die norwegische Idee, Kinder länger breit und gemeinsam sporteln zu lassen und den Spaß am Sport über den Wettbewerb zu stellen, ist ein echter Gedankenanstoß – auch für unsere Vereine in Radevormwald. Wir sind auf gutem Weg, aber wir können noch besser werden.“

Bildnachweis: Landtagsbüro MdL Nettekoven