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Jens Nettekoven
ist hier: Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr.

2 Wochen 5 tage vor

Heute, am 15. Todestag von Tobias Lagenstein, wurde ein Buch über ihn vorgestellt – und ich durfte ein Exemplar mit persönlicher Widmung in den Händen halten. Geschrieben hat es Stefan Brux, der mich vor einiger Zeit völlig unerwartet anrief. Er fragte mich nach meiner emotionalsten Rede im Landtag von NRW, in der es um 60 Jahre Bundeswehr ging und in der ich von meinem eigenen Auslandseinsatz erzählte – und von einem Soldaten, mit dem ich am 27. Mai 2011 Fußball gespielt hatte und der am nächsten Tag bei einem Anschlag fiel. Stefan Brux fragte: „War das Tobias Lagenstein?“ Ich bejahte. Und dann erzählte er mir, dass er genau über Tobi ein Buch schreibt. Wir sprachen lange über meinen Einsatz, über die gemeinsame Zeit in Afghanistan, und ich berichtete ihm, dass ich wahrscheinlich die letzten Bilder von Tobi gemacht habe – Fotos vom Fußballspielen, vom Lachen, wenige Stunden bevor alles vorbei war. Stefan Brux hatte die Idee, dieses kurze, zu früh beendete Leben nicht vergessen zu lassen, und er hat sie mit so viel Respekt umgesetzt. Für mich war die Buchvorstellung heute kein leichter Termin – aber Ehrensache für Tobi. Danke, Stefan Brux, dass sie seine Geschichte erzählen ❤️

Jens Nettekoven
ist in Balch, Afghanistan.

2 Wochen 5 tage vor

Vor 15 Jahren war ich in Afghanistan. Der 28. Mai 2011 wird mich immer begleiten, so lange ich lebe. Viereinhalb Monate in Mazar-e Sharif. Viereinhalb Monate, in denen 16 Soldatinnen und Soldaten ihr Leben verloren haben. Eine Zeit, in der wir unseren Auftrag als Militärpolizisten erfüllt haben. Eine Zeit, in der gefühlt 80 Prozent der Zeit die Flagge auf Halbmast hing. Ich denke oft zurück an diesen Einsatz. An die Kameraden, die nicht mehr nach Hause gekommen sind. An die Stille, die plötzlich eintrat, wenn wieder eine Nachricht eintraf. An das Gefühl, wenn man morgens aufwacht und nicht weiß, was der Tag bringt. Und ich frage mich manchmal: Wofür war das alles? Ein Einsatz, der viele Leben gekostet hat. Und wenn ich heute ehrlich bin: Ein Einsatz, der gefühlt nichts gebracht hat. Afghanistan ist wieder da, wo es vor dem ISAF-Einsatz war. Das ist eine bittere Erkenntnis, die mich oft beschäftigt. Aber der Einsatz hat nicht nur körperlich Opfer gefordert. Die seelischen Wunden sind oft tiefer, unsichtbarer, und sie heilen manchmal nie ganz. Das Erlebte ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Es hat mich verändert. Ich bin nicht mehr der gleiche wie vorher. Unser Auftrag als Soldat ist gefährlich. Wir lernen, mit Tod und Verwundung umzugehen. Aber das ist nur die eine Seite. Soldat zu sein bedeutet für mich vor allem: Verantwortung zu tragen – für mich, für meine Kameraden, für die Menschen, die wir schützen. Es bedeutet, auch dann zu stehen, wenn es wehtut. Es bedeutet, sich nicht wegzudrehen. Es bedeutet, füreinander da zu sein – über den Einsatz hinaus, über Jahre hinweg, über das Leben hinaus. Seit dem 1. September 1998 bin ich Soldat – mit Stolz und absoluter Überzeugung. Nicht weil Krieg oder Gewalt erstrebenswert wären, sondern weil ich glaube, dass es Menschen braucht, die bereit sind,

Jens Nettekoven
ist in Latium.

1 Monat 5 std vor

Eine sportpolitische Reise nach Rom: Austausch mit EOC, CONI und Athletica Vaticana Als DOSB-Vizepräsident bin ich nach Rom gereist, um mich mit zentralen Partnern des europäischen Sports auszutauschen. Im Mittelpunkt standen Sportförderung, strukturelle Unterschiede zwischen Italien und Deutschland sowie die Verbindung von Sport mit Religion und Gesellschaft. Zugleich habe ich für meine weiteren Funktionen – als sportpolitischer Sprecher der CDU NRW Landtagsfraktion und als Präsident des Deutschen Ringer-Bundes – viele wertvolle Eindrücke mitgenommen, die weit über meine DOSB-Aufgaben hinausgehen. Meine Gespräche beim European Olympic Committee (EOC) gaben einen spannenden Ausblick auf die European Games 2027 in Istanbul, bei denen Ringen fest zum Programm gehört. Beim Comitato Olimpico Nazionale Italiano (CONI) traf ich Generalsekretär Carlo Mornati und Alessio Palombi (Head of Sport and Olympic Office). Wir verglichen die italienische Sportförderung mit der deutschen. Italien setzt stark auf regionale olympische Stützpunkte und eine leistungssportlich ausgerichtete Vereinsstruktur, während Deutschland sein System stärker föderal und über die Landessportbünde organisiert hat. Die jüngsten italienischen Erfolge bei Olympischen Sommer- und Winterspielen zeigen, dass dieser Ansatz wirkt. Beide Systeme haben unterschiedliche Stärken – der gegenseitige Austausch ist daher besonders wertvoll. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch im Vatikan bei Athletica Vaticana. Präsident Giampaolo Mattei und ich sprachen über die tiefe Verbindung von Sport und Religion: Sport als Brücke, als Ausdruck von Werten, Gemeinschaft und Fairplay. Dieser Austausch hat mich nachdenklich gestimmt und zeigt, wie vielfältig die Ebenen des Sports sind. Solche Begegnungen dienen nicht nur dem fachlichen Dialog, sondern auch der Pflege und dem Ausbau von Netzwerken. Einen Kindheitstraum habe ich mir ebenfalls erfüllt: Ich erlebte das italienische Pokalfinale zwischen Lazio Rom und Inter Mailand im legendären Olympiastadion von Rom – eine wahnsinnige Atmosphäre. Aktiv war ich auch unterwegs: Beim Laufen durch die Gassen, über Piazze und entlang des Tibers.

Jens Nettekoven
ist hier: Sportschule Yachthafen Warnemünde.

1 Monat 5 tage vor

Sportpolitische Sprechertagung CDU/CSU in Warnemünde - die letzten beiden Tage ging es für mich nach Warnemünde zur Sportpolitischen Sprechertagung der CDU/CSU. Neben den Berichten aus den Ländern ging es unter anderem um das Sportfördergesetz, die Sportagentur, die Deutsche Olympiabewerbung und hier auch um mögliche Segelwettbewerbe in Warnemünde. Eine gute und konstruktive Tagung mit vielen neuen Ideen, Aktivitäten und Impulsen.

Jens Nettekoven
ist hier: Landtag Düsseldorf.

1 Monat 1 Woche vor

Diese Woche durfte ich U.S. Generalkonsulin Preeti V. Shah im Landtag empfangen. Besonders bewegt hat mich das offene Gespräch über unsere persönlichen Erfahrungen in Afghanistan. Sie als Diplomatin, ich als Militärpolizist der Bundeswehr am Standort Marmal bei Mazar-e-Sharif. Zwei verschiedene Rollen, aber ein gemeinsames Gefühl für Verantwortung, Vertrauen und den Willen, unter schwierigen Bedingungen Stabilität zu schaffen.

Fast zwei Stunden sprachen wir über herausfordernde Momente und darüber, was die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit seit über 75 Jahren ausmacht: Verlässlichkeit. Gerade heute, wo geopolitische Verschiebungen manche Gewissheiten infrage stellen, wird mir bewusst: Die USA sind nicht nur unser wichtigster Partner, sondern ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Sicherheit. Deutschland muss mehr in seine Verteidigung investieren – Russlands Angriff auf die Ukraine hat uns das vor Augen geführt. Doch ohne die amerikanische Präsenz in Europa wären wir nicht da, wo wir sind.

Generalkonsulin Shah betonte, Deutschland sei als führende Kraft in Europa gut aufgestellt, um innerhalb der NATO eine größere Rolle zu übernehmen. Ich ergänzte: Wir haben die Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr erhöht, sind aber noch nicht am Ziel. Eine starke militärische Präsenz der USA in Europa bleibt essenziell. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – wir müssen bereit sein, sie zu verteidigen.

Ein besonderes Highlight: Unsere US-Praktikantin Hanna Nguyen durfte teilnehmen. Sie ist über das Parlamentarische Partnerschaftsprogramm bei mir im Büro und erlebte ein Vier-Augen-Gespräch mit einer hochrangigen Diplomatin.

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