Medieninformation

Kurz vor den Sommerferien besuchte der Geopolitik-Kurs der 10. Jahrgangsstufe des Leibniz-Gymnasiums Remscheid den CDU-Landtagsabgeordneten für Remscheid und Radevormwald, Jens Nettekoven, im Landtag. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten zunächst ausführlich mit dem Abgeordneten über aktuelle politische Fragen und besuchten anschließend das Haus der Parlamentsgeschichte in der Villa Horion.

Nettekoven betonte die Bedeutung solcher Begegnungen: „Politik und Demokratie leben vom Dialog. Es ist beeindruckend, wie differenziert junge Menschen heute nachfragen, Inhalte aus dem Unterricht aufgreifen und eigene Positionen entwickeln. Dafür danke ich den Schülerinnen und Schülern und ihren engagierten Lehrkräften, die diesen Besuch vorbereitet und den Weg aus Remscheid nach Düsseldorf organisiert haben. Solche Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung.“

Die Diskussion dauerte deutlich länger als geplant – über 90 Minuten nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, um ihre Fragen zu stellen. Ein Schwerpunkt lag auf der Klimapolitik: Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich besonders dafür, wie Nordrhein-Westfalen den Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft schaffen kann, ohne Arbeitsplätze und Wohlstand zu gefährden.

Ein weiterer Themenblock war die Debatte um eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht. Hier sprachen die Jugendlichen mit Nettekoven über sicherheitspolitische Herausforderungen, und die Rolle der Bundeswehr. Nettekoven konnte dabei auch auf seine eigene Erfahrung als Berufssoldat und seinen Einsatz in Afghanistan verweisen.

Kontrovers diskutiert wurde zudem das bereits in Nordrhein-Westfalen eingeführte Wahlalter ab 16 Jahren. Nettekoven fragte dabei, ob die Schülerinnen und Schüler sich mit 16 Jahren ausreichend informiert und vorbereitet sehen, um eine bewusste Wahlentscheidung zu treffen. In der anschließenden Debatte ging es darum, wie junge Menschen konkret in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden können und welche Verantwortung Politik, Schulen und Medien dabei tragen.

„Es ist wichtig, dass der Querschnitt der Gesellschaft auch in der Politik vertreten ist“, betonte Nettekoven mit Blick auf die Rolle junger Menschen in Parteien und Parlamenten. „Deswegen müssen auch junge Menschen mitwirken – egal in welcher demokratischen Partei. Engagiert euch, bringt eure Perspektiven ein. Demokratie lebt davon, dass ihr euch einmischt.“

Nettekoven unterstrich zum Abschluss: „Frieden und Freiheit sind nichts Selbstverständliches. Sie zu bewahren, ist eine gemeinsame Aufgabe. Jede und jeder Einzelne trägt Verantwortung dafür, wie unser Gemeinwesen aussieht.“ Der Besuch endete mit einem gemeinsamen Gruppenfoto. Nettekoven wünschte den Jugendlichen alles Gute für die bevorstehenden Sommerferien und zog ein persönliches Fazit: „Remscheider Schulklassen zu Besuch zu haben, ist für mich immer wieder eine besondere Freude. Solche Begegnungen stärken unsere Demokratie und halten sie lebendig.“

Nach einer kurzen Mittagspause besuchte der Geopolitik-Kurs dann das Haus der Parlamentsgeschichte unweit des Landtags. Bei einem geführten Rundgang erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Entstehung demokratischer Strukturen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und die Historie des nordrhein-westfälischen Landtags. Für Nettekoven, der die Führung durch die Villa Horion organisiert hatte, gehört die Kenntnis der eigenen Geschichte zu den zentralen Voraussetzungen politscher Meinungsbildung: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und mit seiner Stimme Verantwortung für die Zukunft unserer freiheitlichen Gesellschaft übernehmen.“