Der CDU-Kreisvorsitzende und sportpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jens Nettekoven, kritisiert den gemeinsamen Auftritt zweier deutscher Nationalspieler mit türkischen Wurzeln mit dem umstrittenen türkischen Staatschef Erdogan:

„Sport wird leider immer wieder von der Politik missbraucht. Viele haben Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass die Fußball-Weltmeisterschaft im autokratisch regierten Russland Wladimir Putins stattfindet. Nicht immer kann sich der Sport also einer möglichen politischen Vereinnahmung entziehen. Allerdings sollten Sportler selbst darauf achten, dass sie die Nähe zu autokratischen Herrschern – wenn möglich – meiden. Ich halte es für sehr unglücklich, dass zwei deutsche Nationalspieler mit türkischen Wurzeln jetzt gemeinsam mit dem türkischen Staatschef in einem Londoner Hotel posiert haben. Manche werten dies als Wahlkampfhilfe für Erdogan. Wie die FAZ berichtet, hat der Spieler Ilkay Gündogan auf sein Shirt sogar: ‚Mit großem Respekt. Für meinen Präsidenten‘ geschrieben. Der Präsident von Herrn Gündogan heißt Frank-Walter Steinmeier. Insofern irritiert der Schriftzug schon aus diesem Grunde, da er sachlich falsch ist. Momentan sitzt ein Remscheider Sozialarbeiter in der Türkei in Haft. Dies ist kein Einzelfall. Solange solche Zustände in der Türkei herrschen, sollten Sportler mit türkischen Wurzeln mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen besonders sensibel umgehen. Solche unnötigen Wahlkampfhilfen sind ein Schlag ins Gesicht all derer, die in der Türkei politisch verfolgt werden und sie sind auch ein Schlag ins Gesicht derjenigen in der Türkei, die keine Freunde von Erdogan sind.“

Deutsche Spitzensportler sollten in London keinen Wahlkampf für Erdogan machen